Wasserball, die älteste olympische Mannschaftssportart

Sehr lange vor Tennis, Fußball und anderen herkömmlichen Ballsportarten wurde es bei den olympischen Spielen 1900 in Paris zum ersten Mal gespielt.


Warum tun Menschen sowas? Was treibt sie?

Bei uns im Club findet Ihr eine Antwort darauf.

Wenn Menschen wie im Rausch hinter einer schwimmenden gelben Kugel hinterher hechten, es spritzt und platscht, wenn Leute sich wirre Dinge um die Ohren brüllen, es schäumt und kocht, wenn Zuschauer nervös rumhüpfen,
vor Begeisterung sich völlig vergessen oder gar kopfschüttelnd von vorsätzlicher Körperverletzung sprechen, tja, dann befinden wir uns in einem Schwimmbad und es läuft gerade ein Wasserballspiel.

Zur Faszination dieses schnellen Sports gehören sehenswerte Spielzüge und eine außergewöhnliche Spannung, die vergleichbar ist mit der Dramatik beim Eishockey, Handball oder Basketball.
Auch im Wasserball geht's um Sekunden, und die Entscheidung über Sieg oder Niederlage ist erst mit dem Abpfiff gefallen.


Zusammenfassung des Spielablaufs:

Eine Mannschaft besteht aus 6 Feldspielern und einem Torwart. Der routinierteste und stärkste Spieler übernimmt die Position des Centers, welcher während des Angriffs mit dem Rücken zum gegnerischen Tor steht
und so von seinen Mitspielern angespielt werden kann. Der Center spielt nun entweder eine Chance heraus, lässt sich foulen und führt so einen Freiwurf herbei, oder aber er passt den Ball an einen der Halb- oder
Außenpositionen.

Ist der Centerspieler nicht anspielbar (evtl. durch Gegenspieler gedeckt), so wird der Ball über die Positionen "Außen" und über den im Rückraum stehenden "Centerverteidiger" auf die
andere Spielfeldseite bewegt, um so den gedeckten Center anspielen zu können.

Harte Fouls werden mit 20 Strafsekunden geahndet, die der betreffende Spieler in der Strafecke verbringen muss. Mit der dritten Hinausstellung muß der Spieler das Spiel verlassen. Er darf durch einen
anderen Auswechselspieler ersetzt werden. Bei Tätlichkeiten oder Schiedsrichterbeleidigungen kann ein Spieler mit oder ohne Ersatz vom Spiel ausgeschlossen werden.

Die reine Spielzeit beträgt 4 x 8 Minuten wobei die Zeit ähnlich wie beim Basketballspiel angehalten wird, sobald das Spiel durch z.B. Fouls etc. unterbrochen wird. Daraus ergibt sich oftmals eine Gesamtspielzeit von ungefähr 60 Minuten. Nach dem 2. Viertel gibt es statt einer Pause von 2min. eine 5 min. Pause

Der Trainer oder eine andere, vor dem Spiel festgelegte Person kann bis zu zwei Auszeiten nehmen, um so neue Taktiken mit der Mannschaft zu besprechen, die Motivation des Teams durch verbale Zuwendung zu erhöhen oder aber den Spielern einfach nur eine kurze Pause zu gönnen.

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Spielfeld

Die Spielfeldmaße betragen in der Regel 30m x 20m, bei den Frauen und in der Jugendklasse C 25m x 16 2/3m. Die Wassertiefe muß an allen Stellen mindestens 1,80m (nach Möglichkeit 2,00m) betragen.

Bälle

Das Gewicht des Balles muß 400-450g betragen. Für die Herren müssen die Bälle einen Umfang von 0,68-0,71m haben, für die Frauen und die Jugendklasse C 0,65-0,67m.

Mannschaften

Jede Mannschaft besteht aus 13 Spielern, von denen sich 7 im Wasser befinden und 6 Auswechselspieler sind. Um sich voneinander zu unterscheiden tragen die Mannschaften weiße bzw. blaue und die Torleute rote Kappen.

Spielzeit

Es werden 4 Viertel von jeweils 8 Minuten reiner Spielzeit gespielt. Zwischen den Vierteln gibt es eine Pause von 2 Minuten, nur nach dem 2. Viertel gibt es ein längere Pause von 5 Minuten

30-Sekunden-Regel

Innerhalb von 30 Sekunden muß die ballführende Mannschaft einen Torwurf ausführen, ansonsten wird das Spiel von dem Ort, an dem sich der Ball bei Ablauf der 30 Sekunden befand, mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt.

Schiedsrichter

Das Spiel wird von zwei, sich diagonal gegenüberstehenden, Schiedsrichtern geleitet. Beide Schiedsrichter sind gleichberechtigt.

Seitenwechsel

Die Seiten werden nach zwei Vierteln gewechselt.

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Schlimme Fouls

Schlimme und gemeine Fouls werden mit dem Ausschluss des schuldigen Spielers für eine Periode von 20 Sekunden effektiver Spielzeit (Über-/Unterzahl), evtl. kürzer falls die Angreifer ein Tor schießen oder die Verteidiger den Ball zurückerobern. Der ausgeschlossene Spieler
darf erst eintreten, wenn er vom Schiedsrichter oder vom Kampfrichter dazu aufgefordert wird. Ein solches Foul, das innerhalb des 5m-Raumes begangen wird, und das eine klare Torchance verhindert, wird zusätzlich mit einem Penalty (5m-Wurf) bestraft. Die Ausführung des Freistoßes darf
nie behindert werden. Alle Entscheide des Schiedsrichters müssen ohne "Gemotze" akzeptiert werden. Der Spielleiter darf auch nicht beleidigt oder ins Wasser geworfen werden.

Einfache Fehler

  • den Ball unter Wasser zu ziehen,
  • den Gegner unterzutauchen,
  • den Ball mit der Faust zu schlagen,
  • einen Gegner, der nicht den Ball hält, zu behindern,
  • sich ohne Ball im 2 m-Raum vor dem gegnerischen Tor aufzuhalten, es sei denn hinter der Linie des Balles (Abseits)
Diese Fehler werden mit einem Freiwurf geahndet. Ein Freiwurf muß sofort ausgeführt werden. Befindet sich der ausführende Spieler hinter der 7m
Linie, dann darf er auch direkt ohne Aufziehen auf das Tor spielen.



Für schwere Fouls gibt es folgende Strafen

Hinausstellung

  • für 20 Sekunden, bis zum nächsten Tor
    oder nach Gewinn des Ballbesitzes (d.h. Kontrolle über den Ball) durch
    die Mannschaft des ausgeschlossenen Spielers während der tatsächlichen
    Spielzeit oder zu Beginn eines neuen Spielabschnittes (je nach dem, was
    zuerst eintritt),
  • für die gesamte Spielzeit mit Ersatz (z.B. bei Schiedsrichterbeleidigung),
  • ohne Ersatz (z.B. bei brutaler Handlung), die bestrafte Mannschaft spielt dann vier Minuten in Unterzahl.

Der ausgeschlossene Spieler muß sich zum eigenen Wiedereintrittsraum begeben, ohne das Wasser zu verlassen, auch wenn er für den Rest des Spiels ausgeschlossen ist. Verlässt er das Wasser, außer nach dem Wiedereintritt eines Austauschspielers, wird er für die gesamte Spielzeit mit Ersatz hinausgestellt.

5m-Strafwurf

  • wenn ein Spieler der verteidigenden
    Mannschaft einen Fehler im 5-Meter (Straf-)Raum begeht, mit der Absicht,
    ein wahrscheinliches Tor zu verhindern,
  • wenn der Torwart oder ein Spieler der verteidigenden Mannschaft den Ball in Bedrängnis unter Wasser zieht,
  • wenn der Torwart oder ein Spieler der verteidigenden Mannschaft das Tor herunterzieht.
Die Schiedsrichter müssen das Ahnden eines Fehlers unterlassen, solange der Ball spielbar ist. (Vorteilsregel)
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